Gesundheitsämter im Stress

Gesundheitsämter im Stress

Mit den rasant steigenden Infektionszahlen steigt auch die Arbeitsbelastung in den Gesundheitsämtern im Bergischen. Anders als in manchen Ämtern Deutschlands gelingt hier die Kontaktverfolgung aktuell noch, aber man ist am Limit.



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Es ist so, dass wir schon auch so langsam an unsere Grenzen stoßen und auch zum Teil mal einen oder zwei Tage mit der Kontaktverfolgung hinterherhinken. Wir bitten um Verständnis dafür, dass diese Situation für alle Beteiligten eine große Herausforderung darstellt.

sagt Klaus Grootens vom Oberbergischen Kreis. In Rhein-Berg ist die Lage nicht anders. Beide Ämter haben Unterstützung von je etwa einem Dutzend Bundeswehrsoldaten. Einer davon ist Oberstleutnant Oliver Rosin. Er hilft dem Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises bei der Kontaktverfolgung.

Für mich persönlich ist das sehr bereichernd, ich habe mich hier auch freiwillig gemeldet. Weil man hier auch direkt mit der Bevölkerung wirken kann. Und auch, um zu zeigen dass die Bundeswehr für solche Lagen we eine Pandemie zur Verfügung steht.

Die personelle Unterstützung ist dringend nötig. Denn Kontaktverfolgung ist eine ziemlich aufwendige Sache: Je nach Kontakten des Infizierten kann es nötig sein, sehr viele Menschen, vielleicht 20, vielleicht aber auch 90 aufzuspüren und anzurufen. Dabei ist die erste Hürde die Erreichbarkeit. Sehr oft ist der Angerufene nicht erreichbar, oder seine Nummer enthält einen Zahlendreher. Hat man die Person erreicht, dauert jedes einzelne Gespräch um die 20 Minuten, sagt Rosin.

Wie ein Anruf des Gesundheitsamtes abläuft

Wie ein Gespräch mit dem Gesundheitsamt abläuft? Das erste Gespräch findet mit dem Infizierten statt. Gibt es besondere Umstände? (War er z.B. in einer größeren Gruppe?) Nachdem mit dem Infizierten dessen letzte Kontakte abgeglichen werden und deren Daten vorliegen, gilt es, diese Kontakte zu erreichen.

Gelingt das, muss zunächst die Zuständigkeit geklärt werden: Wohnt derjenige hier, oder in einem anderen Kreis.

Ist der hiesige Kreis zuständig, werden die Daten des Kontaktes erfasst.

Pro Kontakt wird ein Vorgang angelegt.

Jetzt gilt es, zu klären, wie der Kontakt zum Infizierten war: Wie nah, wie lang und mit oder ohne Maske. Danach wird klassifiziert, ob man ein Kontakt der ersten oder zweiten Kategorie ist. Kategorie 2 wird eine Quarantäne empfohlen. Für Kategorie 1 ist sie verpflichtend.

Die Quarantänebedingungen werden geklärt. Sie beginnt mit dem letzten Kontakt zum Infizierten und ab dann in der Regel 14 Tage. Es wird geklärt, wann und wo (in der Regel zwischen Tag 5 und 7) man zum Test kommen soll.

Die Person wird gebeten, ein Symptomtagebuch zu führen. Theoretisch sollte das Gesundheitsamt die Symptome täglich abfragen.

Spätestens zum Ende der Quarantäne meldet sich das Amt wieder.

Theoretisch meint: Das müssen die Ämter erst einmal schaffen.

Wieso kommt erst jetzt Unterstützung?

Den ganzen Sommer war Zeit, den Ansturm vorzubereiten. Wieso ist das nicht passiert? Diese Frage stellen jetzt viele. Tatsächlich hat der Bund den bundesweit fast 400 Gesundheitsämtern vier Milliarden Euro zugesagt, über einen Zeitraum von sechs Jahren. Mit dem Geld sollen insbesondere Stellen geschaffen werden. Bis Ende 2021 mindestens 1.500 neue Stellen für Ärzte sowie Fach- und Verwaltungsangestellte. Bis Ende 2022 sollen mindestens weitere 3.500 Vollzeitstellen geschaffen werden.

Die Soforthilfe übernimmt aktuell die Bundeswehr.

Kollegen aus anderen Behörden will man im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht mehr wie im Frühjahr einsetzen. Denn auch die dortige Arbeit müsse ja getan werden.

Wie kann jede/r das Amt unterstützen?

Jede/r von uns kann den Behörden helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Weil die Ämter überlastet sind, erfahren viele schon lange vor dem Anruf von ihrem Umfeld, dass sie Kontakt zu einem Infizierten hatten. Was man jetzt selbst tun kann, ist, sich umgehend sofort freiwillig in Quarantäne zu begeben.

Dazu fordert der Oberbergische aktuell explizit auf:

„Ich bitte um Verständnis, dass bis zum Anruf des Gesundheitsamtes einige Tage vergehen können. Wenn Sie wissentlich Kontakt zu einem laborbestätigten Fall hatten, bitte ich Sie darum, sich unabhängig von dem noch ausstehenden Anruf in freiwillige häusliche Isolation zu begeben“, appelliert Landrat Jochen Hagt an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Dasselbe gilt selbstverständlich besonders für die Infizierten selbst!

Man könnte auch seinerseits die eigenen Kontakte warnen. Überlegt schon einmal: Wo seid ihr überall gewesen? Könnt ihr den Frisör oder Arzt warnen, den ihr besucht habt?

Was man grundsätzlich tun kann, um die Belastung zu reduzieren, ist klar: Kontakte minimieren.

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