Hilfsorganisationen fordern rasche Evakuierung von Moria

Athen (dpa) – Nach dem Ausbruch mehrerer Brände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos werden Stimmen zu einer raschen Evakuierung des Lagers laut.

«Spätestens jetzt muss Innenminister Horst Seehofer seine Blockadehaltung aufgeben. Die Menschen müssen sofort evakuiert werden», forderte Michael Buschheuer, Gründer von Sea-Eye und Vorstand der Hilfsorganisation Space-Eye. Auch die Hilfsorganisation medico international forderte eine schnelle Evakuierung des Lagers. Die EU müsse jetzt handeln.

«Seit Monaten warnen wir vor einem Corona-Ausbruch im Lager», sagte Raid Al Obeed aus Syrien, der im Lager nach Angaben von medico international mit für die Corona-Prävention verantwortlich war. «Wir haben es lange Zeit geschafft, das Virus fern zu halten.» Seit vergangener Woche treten jedoch immer mehr Fälle von Corona-Infektionen auf, weshalb das Lager unter Quarantäne gestellt worden ist.

Unterdessen sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johannsson schnelle Hilfe zu. Sie sei in Kontakt mit dem griechischen Minister und den lokalen Behörden, schrieb die Schwedin am Mittwoch auf Twitter. Dabei habe sie zugestimmt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aufs Festland zu finanzieren. «Die Sicherheit und der Schutz aller Menschen in Moria hat Priorität.»

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert die Auflösung des Lagers. «Ich fordere die Bundesregierung und die europäischen Staaten auf, das Lager aufzulösen und die Menschen über die EU zu verteilen, damit sie dann in Europa ihr Asylverfahren durchlaufen können», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch.

In der Nacht zum Mittwoch stand das Lager fast vollständig in Flammen. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von Winden mit bis zu 70 Stundenkilometern. Schon in der Nacht begannen die Behörden laut griechischen Medienberichten mit der Evakuierung des Lagers, nachdem Wohncontainer Feuer gefangen hatten. Über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst keine Informationen. Ob die Brände von Migranten oder Inselbewohnern gelegt wurden, blieb vorerst unklar – die Angaben dazu gingen zunächst auseinander.

Moria ist das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas. Es ist seit Jahren heillos überfüllt, zuletzt leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12.600 Flüchtlinge und Migranten – bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.

© dpa-infocom, dpa:200909-99-484215/5

Die Lage im griechischen Flüchtlingslager Moria ist dramatisch – bei starkem Wind wüten die Flammen im ganzen Lager. Hilfsorganisationen fordern rasches Handeln in der EU. Read More Feedzy

Athen (dpa) – Nach dem Ausbruch mehrerer Brände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos werden Stimmen zu einer raschen Evakuierung des Lagers laut.

«Spätestens jetzt muss Innenminister Horst Seehofer seine Blockadehaltung aufgeben. Die Menschen müssen sofort evakuiert werden», forderte Michael Buschheuer, Gründer von Sea-Eye und Vorstand der Hilfsorganisation Space-Eye. Auch die Hilfsorganisation medico international forderte eine schnelle Evakuierung des Lagers. Die EU müsse jetzt handeln.

«Seit Monaten warnen wir vor einem Corona-Ausbruch im Lager», sagte Raid Al Obeed aus Syrien, der im Lager nach Angaben von medico international mit für die Corona-Prävention verantwortlich war. «Wir haben es lange Zeit geschafft, das Virus fern zu halten.» Seit vergangener Woche treten jedoch immer mehr Fälle von Corona-Infektionen auf, weshalb das Lager unter Quarantäne gestellt worden ist.

Unterdessen sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johannsson schnelle Hilfe zu. Sie sei in Kontakt mit dem griechischen Minister und den lokalen Behörden, schrieb die Schwedin am Mittwoch auf Twitter. Dabei habe sie zugestimmt, den unverzüglichen Transfer und die Unterbringung der verbleibenden 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aufs Festland zu finanzieren. «Die Sicherheit und der Schutz aller Menschen in Moria hat Priorität.»

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert die Auflösung des Lagers. «Ich fordere die Bundesregierung und die europäischen Staaten auf, das Lager aufzulösen und die Menschen über die EU zu verteilen, damit sie dann in Europa ihr Asylverfahren durchlaufen können», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch.

In der Nacht zum Mittwoch stand das Lager fast vollständig in Flammen. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von Winden mit bis zu 70 Stundenkilometern. Schon in der Nacht begannen die Behörden laut griechischen Medienberichten mit der Evakuierung des Lagers, nachdem Wohncontainer Feuer gefangen hatten. Über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst keine Informationen. Ob die Brände von Migranten oder Inselbewohnern gelegt wurden, blieb vorerst unklar – die Angaben dazu gingen zunächst auseinander.

Moria ist das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas. Es ist seit Jahren heillos überfüllt, zuletzt leben dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12.600 Flüchtlinge und Migranten – bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.

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