Polizei-Großaufgebot vor neuen Protesten in Belarus

Minsk (dpa) – Vor neuen Massenprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko hat ein Großaufgebot von Polizei und Armee Stellung in der Hauptstadt Minsk bezogen.

Das unabhängige Nachrichtenportal «tut.by» berichtete am Sonntagmittag von Gefangenentransportern, Wasserwerfern und Militärfahrzeugen. Der Unabhängigkeitsplatz wurde demnach geschlossen. Auch der Unabhängigkeitspalast sei weiträumig abgesperrt worden.

Das Innenministerium in Minsk teilte mit, dass Sicherheitskräfte verstärkt im Einsatz seien. Es warnte eindringlich vor einer Teilnahme an den Aktionen. In den vergangenen Wochen gab es Tausende Festnahmen. Die Proteste an den Sonntagen haben traditionell den größten Zulauf. Vor einer Woche waren es gut 100.000 Menschen.

Die Opposition hatte für den Nachmittag zu neuen Protesten aufgerufen. Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja sagte an die Demonstranten gerichtet: «Jeder von euch protestiert zunächst für seine eigene Freiheit.» Bei der Aktion diesmal gehe es aber auch um die Freiheit aller politischen Gefangenen, sagte sie. «Die Belarussen wollen in Freiheit leben und nicht im Gefängnis.»

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl Anfang August erlebt Belarus die größten Proteste in der Geschichte der Ex-Sowjetrepublik. Lukaschenko hatte sich bei der Wahl mit 80,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigen lassen – nach 26 Jahren an der Macht. Die Opposition hält dagegen Tichanowskaja für die eigentliche Siegerin.

Mehrere Oppositionelle sind bereits in Haft oder ins Ausland geflohen, darunter die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Sie sagte am Sonntag bei einer Buchmesse in Italien, sie wolle wieder nach Belarus zurückkehren, wisse aber nicht, ob sie wieder in ihre Heimat gelassen werde. Sie hatte Belarus am vergangenen Montag in Richtung Berlin verlassen. «Früher oder später» hätte man sie festgenommen, meinte sie.

© dpa-infocom, dpa:201004-99-815875/3

Die belarussische Opposition ruft für den Nachmittag zu neuen Protesten gegen Staatschef Lukaschenko auf. Ein Großaufgebot von Polizei und Armee hat bereits in der Hauptstadt Minsk Stellung bezogen. Read More Feedzy

Minsk (dpa) – Vor neuen Massenprotesten in Belarus (Weißrussland) gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko hat ein Großaufgebot von Polizei und Armee Stellung in der Hauptstadt Minsk bezogen.

Das unabhängige Nachrichtenportal «tut.by» berichtete am Sonntagmittag von Gefangenentransportern, Wasserwerfern und Militärfahrzeugen. Der Unabhängigkeitsplatz wurde demnach geschlossen. Auch der Unabhängigkeitspalast sei weiträumig abgesperrt worden.

Das Innenministerium in Minsk teilte mit, dass Sicherheitskräfte verstärkt im Einsatz seien. Es warnte eindringlich vor einer Teilnahme an den Aktionen. In den vergangenen Wochen gab es Tausende Festnahmen. Die Proteste an den Sonntagen haben traditionell den größten Zulauf. Vor einer Woche waren es gut 100.000 Menschen.

Die Opposition hatte für den Nachmittag zu neuen Protesten aufgerufen. Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja sagte an die Demonstranten gerichtet: «Jeder von euch protestiert zunächst für seine eigene Freiheit.» Bei der Aktion diesmal gehe es aber auch um die Freiheit aller politischen Gefangenen, sagte sie. «Die Belarussen wollen in Freiheit leben und nicht im Gefängnis.»

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl Anfang August erlebt Belarus die größten Proteste in der Geschichte der Ex-Sowjetrepublik. Lukaschenko hatte sich bei der Wahl mit 80,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigen lassen – nach 26 Jahren an der Macht. Die Opposition hält dagegen Tichanowskaja für die eigentliche Siegerin.

Mehrere Oppositionelle sind bereits in Haft oder ins Ausland geflohen, darunter die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Sie sagte am Sonntag bei einer Buchmesse in Italien, sie wolle wieder nach Belarus zurückkehren, wisse aber nicht, ob sie wieder in ihre Heimat gelassen werde. Sie hatte Belarus am vergangenen Montag in Richtung Berlin verlassen. «Früher oder später» hätte man sie festgenommen, meinte sie.

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